Funkhaus Berlin

Das Funkhaus Berlin Nalepastraße 10-50, ein herausragendes Werk der Baukunst in der DDR, vermittelt die Aufbruchsstimmung der Nachkriegszeit und die tastende Suche nach einem agemessenen architektonischen Ausdruck für die aufzubauende sozialistische Gesellschaft. Gründung und Aufbau des Rundfunkzentrums folgten der Spaltung Berlins.

Der Rundfunk der DDR gab das alte Funkhaus in der Masurenalle in Berlin-Charlottenburg auf, um eine eigene, unabhängige Infrastruktur aufzubauen. Nach wenigen Monaten Bauzeit konnte 1951 der Sendebetrieb im Block A aufgenommen werden. Im Rundfunkzentrum an der Nalepastraße wurden alle überregionalen DDR-Hörfunkprogramme aufgezeichnet, neben Radio DDR 1 und 2 auch Stimme der DDR, Berliner Rundfunk und Jugendradio DT 64. Damit besaß das Funkhaus eine große Bedeutung für die politische Propaganda, für den Kampf um Köpfe und Herzen der Menschen.

Mit seinem Musik- und Hörspielprogramm war der Hörfunk zugleich ein wesentlicher Kulturträger der DDR. Mit dem Untergang der DDR kam auch das Ende des Funkhauses. Das letzte Hörspiel wurde 1995 aufgenommen. Das Rundfunkzentrum besteht aus funktional getrennten Blöcken, die sich um ein neungeschossiges Turmhaus gruppieren. Brückenartige Übergänge verbinden die Bauten. Der Turm entfaltet seine dominante Wirkung vor allem vom gegenüberliegendem Spreeufer, dem Plänterwald in Berlin-Treptow. Der Block B mit seinem außergewöhnlichen Grundriss ist der bedeutendste Teil der Anlage. Vier Musikaufnahmesäle und zwei Hörspielkomplexe, die aus akustischen Gründen trapezförmig angelegt sind, schließen sich zu einem Bogensegment zusammen.

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